TARDIS

Nachhaltige Umsetzung von Verfahren zur direkten Lithiumextraktion (DLE): Optimierung der Soleaufbereitung und der nachhaltigen Energienutzung

Der Zugang zu strategischen Rohstoffen wird als eine Frage der europäischen Sicherheit betrachtet und soll nicht nur durch primäre, sondern auch durch sekundäre Rohstoffquellen sichergestellt werden. Die Gewinnung kritischer Rohstoffe aus geothermalen Fluiden stellt ein Beispiel für eine solche sekundäre Quelle dar.

Insbesondere die Gewinnung von Lithium spielt eine zentrale Rolle für die Energie- und Mobilitätsinfrastruktur der Zukunft.

Mit seinen lithiumführenden Salzseen (Salaren) nimmt Chile eine entscheidende Position bei der globalen Versorgung mit kritischen Rohstoffen ein. Die Genehmigung von 23 weiteren Salaren zur Exploration kommerzieller Projekte unterstreicht dieses Potenzial zusätzlich. Gleichzeitig zielt die strategische Partnerschaft Deutschlands mit Chile darauf ab, die Rohstoffversorgung Europas zu stärken.

Ziel des vom BMFTR geförderten TARDIS-Projekts „Towards the sustainable implementation of direct lithium extraction (DLE) processes: Improving brine processing and sustainable energy use” ist es, das Potenzial geothermaler Fluide und von Salaren als Quellen kritischer Rohstoffe zu erschließen und nachhaltige Verfahren zu deren Gewinnung zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung und Bewertung eines integrierten Konzepts zur Lithiumgewinnung aus Salaren, das die direkte Lithiumextraktion (Direct Lithium Extraction, DLE) mit einer geothermalen Energieversorgung verbindet. Dieser Ansatz soll die weltweit bedeutenden Lithiumressourcen Chiles mit seinem außergewöhnlich hohen geothermischen Potenzial verknüpfen und damit zur Dekarbonisierung des Bergbausektors beitragen.

Durch die Integration hydrochemischer, geothermischer und technologischer Ansätze soll das Projekt eine wissenschaftliche Grundlage für ressourceneffiziente DLE-Prozesse schaffen. Im Vergleich zu konventionellen, auf Verdunstung basierenden Verfahren ermöglicht die DLE-Technologie einen geringeren Wasserverbrauch und bietet durch die Reinjektion des Prozesswassers das Potenzial für einen nahezu wasserneutralen Betrieb.

Die im Rahmen des TARDIS-Projekts durchgeführten Forschungsarbeiten sind zudem eng mit der deutsch-chilenischen Forschungsinitiative BRIDGE (German-Chilean Institute for Raw Material Extraction from Fluids and Integrative Geological Reservoir Modeling) verknüpft.