Profil der Arbeitsgruppe
Motivation & Hintergrund
Tiefe Geothermie könnte in Zukunft einen wichtigen Bestandteil nachhaltiger und resilienter Energieversorgung darstellen. Bei der Entwicklung technologischer Innovationen ist es wichtig, den gesellschaftlichen Kontext stets zu berücksichtigen. Auf nationaler Ebene wird tiefe Geothermie häufig als klimafreundliche Energiequelle anerkannt. Auf lokaler Ebene werden jedoch häufig Vorbehalte, Sorgen und Widerstände deutlich. Diese Aspekte werden insbesondere in emotional geführten Debatten deutlich und zeigen sich häufig in einer starken Risikowahrnehmung der Bevölkerung.
Unser Fokus liegt auf der Frage, wie die Geothermieforschung kommuniziert und gemeinsam mit gesellschaftlichen Stakeholdern gestaltet werden kann. Ein Beispiel hierfür ist das gemeinsame Umweltmonitoring von Forschungsinfrastrukturen oder Geothermieprojekten in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "Seismische Methoden und partizipatives Monitoring"
Forschungsschwerpunkte
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie tiefe Geothermie in gesellschaftliche Kontexte eingebettet ist. Gleichzeitig wird untersucht, wie Stakeholder durch partizipative Ansätze stärker in Forschungsprozesse einbezogen werden können, um die gesellschaftliche Akzeptabilität der Technologie zu fördern. Eine wichtige Rolle spielt dabei die transparente Kommunikation der Forschungsinhalte.
Zu den thematischen Schwerpunkten zählen:
- Wissenschaftskommunikation und Dialogformate
- Partizipative Forschungsansätze wie Citizen Science und Co-Design, z.B. partizipatives Monitoring
- Wahrnehmung von Risiken und Nutzen geothermischer Projekte
- Akzeptanz und gesellschaftliche Akzeptabilität
- Integration gesellschaftlicher Anforderungen in technische Planungen
Ziele
Die Wissenschaft wird in diesem Kontext als ein aktiver Akteur der Energiewende sowie als intermediäre Instanz zwischen Technologie, Politik und Gesellschaft betrachtet. Das Ziel besteht darin, durch verantwortungsvolle und dialogorientierte Forschung einen konstruktiven gesellschaftlichen Diskurs zu unterstützen und die nachhaltige Nutzung geothermischer Energie zu fördern.
Folgende übergeordnete Ziele stehen dabei im Fokus:
- Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz tiefer Geothermie
- Unterstützung evidenzbasierter Entscheidungsprozesse
- Aufbau langfristiger Vertrauensstrukturen
- Etablierung partizipativer Forschungskulturen
Methodische Ansätze
Die Arbeiten basieren auf einem integrativen Forschungsansatz, in dem sozialwissenschaftliche Methoden mit geowissenschaftlicher Expertise kombiniert werden. Zum Einsatz kommen unter anderem:
- qualitative und quantitative Befragungen
- kontinuierlicher Dialog mit Stakeholdern
- interaktive Ausstellungen und Workshops
- Schulprojekte und Rollenspiele
- partizipatives Monitoring
- transdisziplinäre Evaluation
Dabei wird angestrebt, gesellschaftliche Anforderungen systematisch in technische Modelle und Entscheidungsprozesse zu integrieren.
Projekte und Aktivitäten
Projektkommunikation
Wir denken, dass Helmholtz-Forschungsinfrastrukturen auch eine Plattform für den Dialog zwischen Forschung, Stakeholdern und der Öffentlichkeit sein sollten. Deshalb setzen wir auf eine Projektkommunikation, die Information, Dialog und die Einbindung unterschiedlicher Perspektiven miteinander verbindet. Wir schaffen Formate für den Austausch mit Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft und beziehen unterschiedliche Akteure in die Entwicklung der Forschungsinfrastrukturen und die Geothermieforschung ein.
Partizipatives seismisches Monitoring
Im Rahmen der Forschungsinfrastrukturen GeoLaB und DeepStor arbeiten wir an gemeinsamen Umweltmonitoring-Netzwerken. Z.B. sollen Seismometer von interessierten Anwohnern gehostet und in das Monitoring-Netzwerk integriert werden. Das Ziel besteht in der Verdichtung des Messnetzes, Schaffung von Transparenz in der Überwachung und Forschung, Wissenschaftskommunikation und gegenseitigem Lernen.
Schul- und Bildungsprojekte
Die Entwicklung von Rollenspielen, Experimenten und praxisorientierten Schulprojekten dient der Vermittlung geowissenschaftlicher Inhalte und naturwissenschaftlicher und technischer Zusammenhänge.
Mobile Dialogformate und Ausstellungen
Durch MobiLab-Aktionen, Marktplatzveranstaltungen und Ausstellungen werden niedrigschwellige Begegnungen mit Wissenschaft und ein direkter Austausch mit Forschenden ermöglicht.
| Name | Tel. | |
|---|---|---|
| Auerswald, Alessa Projektkommunikation |
+49 721 608-45225 | alessa auerswald ∂does-not-exist.kit edu |
| Bremer, Judith Wissenschaftliche Mitarbeiterin; Gruppenleitung |
+49 721 608-42944 | judith bremer ∂does-not-exist.kit edu |
| Lewing, Tatjana |
+49 721 608-45292 | tatjana lewing ∂does-not-exist.kit edu |
| Schwald, Regina Wissenschaftskommunikation |
+49 721 608-45291 +49 163 7718755 |
regina schwald ∂does-not-exist.kit edu |
Wissenschaftliche Mitarbeiterin; Gruppenleitung
+49 721 608-42944
judith bremer ∂does-not-exist.kit edu
geothermics.agw.kit.edu/team_211.php
251
50.40 Campus Süd



