Abteilung für Geothermie und Reservoir-Technologie

Geothermische Erkundung

Feldarbeit in Chile KIT
Geochemische Erkundung in Nord-Chile

Zur Errichtung eines geothermischen Kraftwerks bedarf es in einer frühen Phase der Exploration des geothermischen Reservoirs im Untergrund. Die Ressource muss mit indirekten Methoden erkundet werden. Neben der Lokation des Reservoirs im Untergrund müssen weitere Charakteristika, wie z.B. Struktur, Temperatur und Geologie des Reservoirs bestimmt werden. Sind erste Bohrungen abgeteuft, stehen weitere Erkundungsmaßnahmen der Lagerstätte an.

Unsere Arbeitsgruppe nutzt verschiedene geophysikalische Verfahren zur Exploration:

  • Magnetotellurische Messungen für Aussagen über die Fluidbewegung im Untergrund sowie das Auftreten undurchlässiger Tonformationen.
  • Das Monitoring induzierter Mikroseismizität ermöglicht die Evaluation des Reservoirvoluments und Aussagen über tektonische Spannungen im Reservoir.
  • Bohrlochlogging Verfahren ermöglichen die Berechnung und Bestimmung von Reservoirkenngrößen durch einen indirekten Zugang zum Reservoir. Dadurch kann ein Verständnis der Prozesse, welche im Reservoir ablaufen, entwickelt werden, um das Management der Ressource zu optimieren.
  • Die Interpretation seismischer Datensätze ermöglicht die Bestimmung von Schichtmächtigkeiten und die Lage von Störungszonen.
  • Hydraulische Tests ermöglichen Aussagen über die Durchlässigkeit, das Speichervermögen und ggf. auch über die Ausdehnung und Art des Reservoirs.

Zusätzlich nutzen wir in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Geochemie & Lagerstättenkunde geochemische Verfahren, um Parameter zu spezifizieren und Prozesse im Reservoir zu identifizieren. Über gelöste Fluidbestandteile kann auf Temperaturen im Reservoir geschlossen und die Wasser-Gesteins-Wechselwirkung charakterisiert werden (Geothermometrie). Die Reservoircharakterisierung wird zudem durch isotopen-geochemische Analysenunterstützt.

Unsere Explorationstätigkeiten führen wir in unterschiedlichen geologischen Regionen durch. Unter anderem sind wir in Grabensystemen (Oberrheingraben), im granitischen Grundgebirge (Schwarzwald) sowie in Hoch-Enthalpie-Regionen aktiv.

Ansprechpartner: Dr. Sebastian Held, Dr. Fabian Nitschke